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Sach´ mal, Du: da lese ich, die Citigroup will 50.000 Jobs streichen. Wie wollen die das machen?! Ja, ich frage mich wirklich: wie stellen die sich das vor? Also, ich weiß ja nicht, wie die sich das vorstellen, aber ich stelle es mir so vor:
Da geht jemand zur Bundesregierung und klingelt an der Haustür.
Die Bundesregierung macht auf und lässt jemand rein: Es ist der von der Citigroup, Vikram Pandit.
Pandit von der Citigroup setzt sich mit Bundesarbeitsminister Scholz an den PC und surft erst mal im Internet rum. Sie müssen herausfinden, ob es überhaupt so viele Jobs treffen kann. Und da kommt denn erst mal raus: es gibt um die 450.000 Jobs, die gar nicht besetzt sind!
„Ja, die fallen dann wohl wech.“, meint Pandit von der Citigroup.
„Ja.“, sagt Bundesarbeitsminister Scholz, „Da haben Sie recht, Herr Wiekam Bandit. Jobs, die gar nicht besetzt sind, können nicht gestrichen werden.“
„Äh, nein! Herr Scholz, Vikram Pandit!“, buchstabiert Pandit laut und deutlich.
„Ja, äh, Wie Kram, Pantit.“
Und sie surfen weiter. Scholz bietet Pandit von der Citigroup einen Kaffee an, bittet ihn aber, nichts davon auf die Tastatur des Laptops zu schütten.
„Da!“, raunt Pandit, „Da steht ja was!“, und Bundesarbeitsminister Scholz liest vor: „650.000 Jobs sind nicht gemeldet.“
Ratlos blickt er Pandit an. Doch der ist gewitzt: „Tja, Jobs, die nich gemeldet sind – die können wir wohl nicht streichen!“
Bundesarbeitsminister Scholz nickt: „Halt, warte mal!“, flüstert er hochkonzentriert, „Da steht noch was!“
Er scrollt die Seite runter und Pandit liest vor: „Da sind noch mal 270.000 Jobs, die offen sind!“
Scholz nimmt schnell einen Schluck Kaffee und wettert dann los: „Verflixt und zugenäht! Warum hat die keiner zugemacht?!“
Pandit sagt: „Stimmt, für 10.000 arbeitslose Türsteher hätte das je einen Job gemacht!“
Merkel sieht kurz ins Zimmer.
„Arbeitet Ihr auch schön? Oder seid Ihr faul?!“
„Nö!“, ruft Scholz, „Wir arbeiten! Kannst Du uns noch nen Kaffee holen?“
„Ihr habt wohl nicht mehr alle Tassen im Schrank, was?!“, ruft Merkel und knallt die Tür zu.
„Au weia!“, flüstert Pandit, „Die hast Du jetzt verärgert, Schölzchen!“
Scholz schaut wie ein belämmertes Schaf.
„Aber, jetzt einmal zu Euch, Panda!“, blökt er, „Wie habt Ihr Euch das vorgestellt?“
„Pandit! Scholz! Pandit!“, fährt Pandit ihn an, „Eigentlich wollten wir Jobs streichen, die vergeben sind und nicht die, die nicht vergeben oder gar nicht erst gemeldet sind!“
Scholz denkt einen Moment nach, hüstelt verlegen und sagt: „Ach so. Ihr habt Euch gemeldet, um Jobs zu vergeben, die gestrichen sind.“
„Mann, also Scholz, pass auf: wir haben alles vorbereitet.“, er kramt aus seiner Aktentasche einen Stapel Papier, wirft ihn auf die Tastatur des Laptops.
„Ei! Pass doch auf!“, schreit Scholz und streicht mit einer heftigen Armbewegung sämtliche Papiere vom Laptop. Pandit springt schnell hinterher, da öffnet sich die Tür. Merkel grinst herein.
„Du, Scholz, passa mal auf! Ich hab gerade gehört, es gibt einen Punschversuch von Schaeffler auf Conti. Muss dahin, damit ich nichts verpasse!“
Verblüfft sieht Merkel einen Augenblick dem geschickten Treiben des Vikram Pandit zu.
„Was spielt Ihr hier?“, fragt sie neugierig.
„Ei nichts!“, ruft Bundesarbeitsminister Scholz verärgert, „Der wollte unseren Laptop kaputt machen! Da hab ich ihm die Blätter durcheinander geschmissen!“
„Ei, geh weiter! Das stimmt nicht!“, ruft Pandit, „Ich wollte Schölzchen nur das Jobstreichen erklären!“
„Ihr Streithammel! Wollt Ihr das jetzt woll lassen?!“, ruft Merkel und sieht auf ihre Armbanduhr. „ Huch, ich muss weiter!“
Merkel knallt die Tür zu, Bundesarbeitsminister Scholz zuckt zusammen.
„Au wei! Das gibt morgen Mecker!“, murmelt er und hilft dem von der Citigroup, seine Blätter auf zu sammeln. Schließlich haben sie alles beisammen und setzen sich an den Konferenztisch hinüber. Scholz schaltet sein Mikrofon ein.
„So, und jetzt erzähl ma!“, hallt es durch den Raum. Pandit hält sich die Ohren zu, räuspert sich, schaltet ebenfalls sein Mikrofon ein und sagt: „Hier haben wir schon mal die Planungen gemacht. 50.000 Jobs streichen wird ein riesiger Aufwand, das wird uns mindestens 1 Million Euro kosten!“
Scholz fällt die Kinnlade `runter, er schluckt, greift nervös zu seiner Tasse Kaffee, verschluckt sich und beginnt zu zittern.
„Ei, waas?!“, brüllt er, „Eine Million?!“
Der von der Citigroup zuckt zusammen, schaltet sein Mikrofon ab und flüstert: „Ja.“, dann schaltet er es wieder ein.
„Was hast Du denn, Schölzchen? Du hast doch auch die Richtlinie zum Arbeitnehmerschutz verhindert!“, ruft Pandit verärgert.
„Na klar! Aber, dass Euer Projekt so teuer wird, hätte ich nie gedacht! Ich muss doch sowieso schon sparen, hat Merkel gesagt!“
„Aber, pass mal auf, Schölzchen!“, Pandit zieht Stift und ausklappbares Flipchart aus seinem Jackett, „Du hast 288,4 Milliarden. Ei, stimmt´s?!“
Scholz nickt.
„Das was ich hier schreibe, sind 288,3 Milliarden. Und? Fällt Dir was auf?“
Scholz sieht ihn verdattert an.
„Nö, was meinst Du?“
„Siehst Du, Scholz, siehst Du? Es fällt gar niemandem auf! Wenn es Dir schon nicht auffällt, fällt´s Merkel erst recht nicht auf! Und wenn es der nicht auffällt, fällt es dem Steuerzahler auch nicht auf!“
„Mmh.“, murmelt Scholz und Pandit von der Citigroup redet weiter: „Und es wird keine neuen Arbeitslosen geben! Wir streichen nur 50.000 Jobs!“
„Ei, geh weiter!“, ruft Bundesarbeitsminister Scholz, „Wie soll ich das verstehen?!“
„Das wird Deinen Plan zur Vollbeschäftigung voranbringen!“, brüllt Pandit ins Mikrofon, „Wir brauchen kurzfristig zusätzlich 10.000 Jobs und streichen dann 50.000! Na?! Was meinst Du?“
Schölzchen schüttelt verständnislos den Kopf.
„Ne, ne, ne, Du! Ich blick Dein Geraffel da nicht! Das ist doch hinterhältig! Wie soll mich das meinen Plänen näher bringen, die Vollbeschäftigung zu erreichen?“
Pandit von der Citigroup rollt mit den Augen, trinkt einen Schluck Kaffee und sagt: „Also, pass auf: wir brauchen 10.000 neue Maler, ...“
„Was?!“, Bundesarbeitsminister Scholz springt auf, reißt seinen Kaffee versehentlich vom Tisch und ruft: „10.000 neue Maler? Du meinst es wirklich ernst!“
Pandit von der Citigroup ist ebenfalls aufgesprungen, versehentlich hat er das Tischmikrofon mitgerissen.
„Willst Du, dass es wieder zu einer Farbattacke kommt?!“, schiebt Scholz nach, „Nur, weil wir die Maler bevorzugen? Warum keine Beamten? Oder Arbeitslosen?!“
„Ne, ne, ne!“, beruhigt ihn Pandit von der Citigroup, „Farbattacke, das kann nicht passieren! Kein Grün, kein Schwarz!“
„Na, Dein Wort in Gottes Ohr!“, schreit Scholz beunruhigt.
Pandit von der Citigroup drückt ihn sanft zurück auf den Stuhl.
„Nein, wir haben gedacht, wie streichen sie grau!“
„Wenn das die Grünen herausbekommen!“, flüstert Scholz kraftlos und fasst sich an die Brust, da wo sein Herz wild pocht.
„Die haben wir schon mit 50 Milliarden gekauft, für den Klimaschutz.“
Pandit von der Citigroup setzt sich und versucht, das Tischmikrofon in das vorgebohrte Loch des Tisches hinein zu fummeln, da springt die Tür auf.
„Hab ich mir´s doch gedacht!“, platzt Merkel in das Zimmer, „Ihr spielt doch rum und macht den ganzen Konferenztisch und das Kaffeegeschirr kaputt! Scholz! Du als Bundesarbeitsminister solltest Dich was schämen! Und Sie, Herr Pandit, Sie bekommen von mir die Reparaturrechnung! Und jetzt scheren Sie sich raus und streichen Sie, wie viel und was Sie wollen! Ich muss weiter zu Opel! Die lass ich nicht im Stich!“
„Ei! Warte, Merkel!“, schreit Bundesarbeitsminster Scholz ihr hinterher, „Ich will mit zum Kartenspielen!“
Die Tür knallt zu und Pandit von der Citigroup packt ruhig seine Papiere ein. Noch einmal sieht er sich im Konferenzraum um, zieht dann plötzlich das Tischmikrofon aus dem Tisch und steckt es in sein Jackett.
„Das versteiger ich bei E-Bay!“, murmelt er und geht ab.
Ja. So einfach stell´ ich mir das vor!